Unsere Geschichte
Seit 1955 wird in Neuenhain Tischtennis gespielt.
Was als kleine Abteilung des FV 08 Neuenhain begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zum heutigen Neuenhainer Tischtennisverein 1955 e.V.
Von selbstgebauten Tischtennisplatten und Auswärtsspielen bei eisiger Kälte bis zur Hessenliga und zu Deutschen Meisterschaften – mehr als 70 Jahre Vereinsgeschichte haben viele Geschichten geschrieben.
1955 – Die Gründerzeit
Vom großen zum kleinen Ball
Vereine gab es Anfang der 1950er-Jahre in der damals noch selbstständigen Obstbaugemeinde Neuenhain bereits etliche. Dazu gehörte auch der knapp 50 Jahre alte Fußballverein FV 08 Neuenhain.
Eine gute Handvoll junger Fußballspieler hatte zu dieser Zeit ihre Begeisterung vom großen Lederball auf den kleinen weißen Zelluloidball übertragen. Am 19. März 1955 wurde deshalb beim FV 08 eine eigene Abteilung „Tischtennis“ gegründet.
Gerhard Best, Siegfried Berger, Richard Born, Gerhard Buch (†), Gerhard und Hubert Dinges, Adolf Korbach, Ernst Müller (†), Werner Preis und Gerhard Steyer waren die Gründungsmitglieder der neuen Abteilung.
Die ersten Jahre
An ein festes Spiellokal war damals noch nicht zu denken. Gespielt wurde reihum in den Nebenräumen Neuenhainer Gaststätten. Zwischendurch mussten sogar die Obstsammelstelle und der Kindergarten als Spielstätten herhalten.
Auch der Transport war deutlich aufwendiger als heute: Das Spielmaterial – vor allem die Tischtennisplatten – wurde mit einem Karren von Ort zu Ort geschoben.
„Da war man schon gut aufgewärmt, bevor der erste Ball gespielt wurde.“
Gerhard Best
Die finanziellen Möglichkeiten waren begrenzt. Eine Tischtennisplatte einfach im Geschäft zu kaufen, kam nicht infrage. Die erste Platte wurde deshalb von den Vereinsmitgliedern selbst gebaut.
Die Aufbauphase verlangte viel Einsatz und Improvisation. Gerhard Best führte viele Jahre die Abteilung, Friedrich Buch kümmerte sich um den schon bald entstandenen Jugendbereich. Die Tischtennisabteilung fand immer mehr Zuspruch und begann zu wachsen.
Verbandsspiele in der Umgebung – zu denen man teilweise sogar zu Fuß anreiste –, Freundschaftsspiele und erste Turniere wurden zu den sportlichen Herausforderungen der jungen Abteilung.
1957 – Aufstieg bei eisiger Kälte
Bereits im zweiten Spieljahr nach der Gründung ging es 1957 im Auswärtsspiel gegen Vockenhausen um den Aufstieg in die A-Klasse. Im Januar und bei Temperaturen von minus 15 bis minus 20 Grad wurde die Anfahrt mit Motorrad und Moped bewältigt.
Die Halle war ungeheizt. Lediglich ein gerade angezündeter Sägemehlofen im Vorraum spendete etwas Wärme. Gespielt wurde deshalb in langen Hosen und teilweise sogar mit Handschuhen.
Beim Stand von 8:7 für Neuenhain musste das letzte Doppel mit Werner Richartz und Werner Preis die Entscheidung bringen. Im dritten Satz stand es 20:19 für Neuenhain – Matchball und damit die Chance zum Aufstieg.
Richartz spielte mit Handschuh, warf den Ball zum Aufschlag hoch – doch dieser blieb leicht am Leder hängen. Fehlaufschlag, 20:20. Nach kurzer Absprache wurden die Handschuhe ausgezogen.
Mit 22:20 gewann Neuenhain schließlich das Doppel – der Aufstieg in die A-Klasse war geschafft.
1961 – Das erste feste Domizil
Das lange Jahre beliebte Spiel- und Stammlokal, die Gaststätte „Zu den Drei Linden“, musste 1961 aufgegeben werden.
Zur gleichen Zeit wurde die Sport- und Kulturhalle der heutigen Drei-Linden-Schule fertiggestellt und den Vereinen zur Verfügung gestellt. Auch die Neuenhainer Tischtennisspieler konnten damit erstmals in ein festes Domizil einziehen.
Gespielt wurde an fünf bis sechs Tischen – einer davon stand sogar auf der Tribüne.
Die 1960er – Damentischtennis in Neuenhain
Schon Anfang der 1960er-Jahre entstand in Neuenhain eine Damenabteilung. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen entwickelte sich das Damentischtennis hier früh zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens.
Udo und Christel Weiß, Adolf und Ursula Korbach, Hermann und Erika Bambuch, Erwin und Elfriede Leurer, Friedrich und Waltraud Buch, Gerhard und Anita Best, Hansjürgen und Dorle Becker sowie später Horst und Linny Mohr, Jürgen und Heidi Bender und Wolfgang und Monika Mappes gehörten zu den tischtennisspielenden Ehepaaren des NTTV.
Damit wurde der Grundstein für die langjährige Bedeutung des Damentischtennis in Neuenhain gelegt.
1962 bis 1979 – Die ersten großen Erfolge
Regelmäßiges Training, gute Kameradschaft und die systematische Weiterentwicklung der spielerischen Fähigkeiten trugen bald Früchte.
Die 1. Herrenmannschaft wurde 1962/63 Meister der obersten Kreisklasse und stieg in die Bezirksklasse auf. Bereits 1969 spielte die 1. Damenmannschaft in der damaligen Landesliga.
Mit Linny Mohr konnte sich die erste Damenmannschaft deutlich verstärken. 1979 gelang der Gewinn der Landesliga-Meisterschaft und damit der Aufstieg in die Hessenliga.
Bis 1985 gehörte die Mannschaft um Linny Mohr und Margit Hohlbein (geb. Fedra) der höchsten hessischen Spielklasse an und war in dieser Zeit das sportliche Aushängeschild des Vereins.
Horst Mohr leistete während dieser Jahre wertvolle Arbeit als Begleiter und Betreuer der Mannschaft – auch bei den weiten Auswärtsfahrten, beispielsweise bis nach Kassel.
1983/84 – Bis zu den Deutschen Meisterschaften
Mit Daniela Stutzmann kam aus der eigenen Jugend eine weitere starke Spielerin in die Damenmannschaft.
1983/84 vertrat sie den NTTV bei den Deutschen Meisterschaften der Mädchen und erreichte dort das Viertelfinale. Vorausgegangen waren der Hessentitel und die Südwest-Meisterschaft.
1986 ließ sich die Damenmannschaft freiwillig in die Verbandsliga zurückstufen. Margit Hohlbein erwartete Nachwuchs, Daniela Stutzmann wechselte zur SKG Frankfurt in die 2. Bundesliga.
1990 – Zurück in die Hessenliga
Um Linny Mohr formierte sich eine neue Mannschaft. Bereits 1990 gelang mit einer beeindruckenden Bilanz von 44:0 Punkten der Wiederaufstieg in die Hessenliga.
Neben der ersten Damenmannschaft stellte der NTTV über viele Jahre weitere Damenteams in den Spielklassen auf Bezirks- und Kreisebene.
Gleichzeitig entwickelte sich die Nachwuchsarbeit weiter. Jugendliche aus den Nachbargemeinden kamen nach Neuenhain, und dem Training der jüngsten Spielerinnen und Spieler wurde schon damals besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Und die Geschichte geht weiter …
Aus der kleinen Tischtennisabteilung von 1955 ist ein Verein mit rund 150 Mitgliedern, zahlreichen Mannschaften und einer starken Nachwuchsarbeit geworden.
Die Begeisterung für den kleinen Ball ist geblieben – ebenso wie Gemeinschaft, sportlicher Ehrgeiz und die Freude am Tischtennis.
